Online-Marketing-Strategie: Was braucht es zum Starten?

Inhalt

In meinen Kursen und im Anschluss an meine Vorträge werde ich besonders häufig gefragt «Wie erarbeite ich eine Online-Marketing-Strategie?». In diesem Beitrag zeige ich dir eine einfache Vorgehensweise, wie du ein Konzept für dein Startup, dein Einzelunternehmen, dein KMU erstellst und dich aufs Wesentliche fokussierst und welche Fragen du dir stellen solltest.

Du hast eine Idee für dein Business oder bist bereits am Markt etabliert, das Geschäfts läuft, die Kundinnen und Kunden sind auch da, aber irgendwie hast du den Anschluss verpasst, dein Unternehmen auch online sichtbar und erfolgreich zu machen? Spätestens jetzt solltest du dir die Zeit nehmen, um ein Konzept für dein Online-Marketing zu schreiben. Dabei achtest du am Besten auf die fünf Punkte, die ich unten aufgelistet habe. Sie führen dich durch die wichtigsten Überlegungen, die du dir machen musst.

1) Ziele: Was willst du erreichen?

Viele fangen leider direkt damit an, planlos irgendwelche Massnahmen umzusetzen, eröffnen Social-Media-Kanäle, schreiben Blogbeiträge oder zahlen teures Geld für Einträge in Online-Register oder Facebook-Werbung, ohne dass dabei Aufträge entstehen und Geld in deine Kasse kommt. Denn wer keine Ziele hat, kann auch den Erfolg nicht messen. Definiere also Ziele, die du erreichen möchtest. Fange klein an und konzentriere dich einerseits auf klar messbare Parameter wie beispielsweise:

  • 30% mehr Reichweite mit meiner Facebook-Seite im ersten Jahr
  • 5% mehr Offertanfragen im ersten Quartal
  • 20 neue Anmeldungen für meinen Newsletter pro Monat
  • 2 neue Leads auf Linkedin pro Woche

Das nennt man auch «hard facts» – Faktoren also, die sich in Zahlen messen lassen (wirtschaftliche Kennzahlen). Wichtig sind aber auch «soft facts», also softe Faktoren, die sich nicht oder nicht so deutlich messen lassen. Es geht hier mehr um qualitative Kennzahlen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Dein Image
  • Ausgesprochene Empfehlungen
  • Der Inhalt von Kommentaren auf deinen Kanälen

2) Zielgruppen: Wer ist dein Kunde, deine Kundin?

Wenn du deine Ziele kennst und dein eigenes Angebot natürlich ebenso, dann geht es an die Definition deiner Zielgruppe. Wen möchtest du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung ansprechen? Wer soll davon profitieren? Und wie erreichst du diese Personen (was sind eure Touchpoints)? Wo sind sie online? Wie informieren sie sich über Produkte oder Services? Welche Inhalte sprechen sie an?

Am Besten erstellst du sogenannte Personas. Fokussiere dich also auf eine fiktive Einzelperson, die deine Zielgruppe darstellt. Wie heisst sie? Wo steht sie im Leben? Was ist ihre aktuelle Herausforderung? Was für ein Budget hat sie? Sei detailliert ohne dich in Kleinigkeiten zu verlieren. Erstelle das für jede Zielgruppe, die du im Auge hast. Versuche möglichst realistisch zu sein. Und liste auch die Probleme auf, die deine Zielgruppen haben und für die du eine Lösung anbieten kannst.

Eines kann ich dir schon jetzt sagen: Auf die Frage, wer deine Zielgruppe ist, darfst du keinesfalls mit «ALLE» antworten!

Warum? Alle bedeutet potentiell die gesamte Weltbevölkerung. 😉 Oder anders gesagt: Je ungenauer du deine Zielgruppe definierst, desto weniger kannst du in die Tiefe gehen mit deiner Online-Marketing-Strategie. Immerhin musst du ja möglichst ALLE erreichen und das geht nur mit oberflächlichen Massnahmen…

Zwei Tipps

  1. Erst wenn man weiss mit WEM, dann weiss man WO und WIE.
  2. Habe Mut zur Reduktion! Nur so kann man effizientes Marketing betreiben und verliert weder Zeit noch Geld.

3) Massnahmen + Instrumente: Wie erreichst du deine Online-Marketing-Ziele?

Erst die Strategie, dann die Taktik! Jetzt geht es so richtig ans Eingemachte. Nun machst du dir fundiert Gedanken dazu, wie du die Ziele einer Online-Marketing-Strategie erreichst. Was sind deine Kernbotschaften? Was soll konkret als Botschaft bei deiner zukünftigen Kundschaft ankommen? Du hast zuvor deine Zielgruppe anhand von Personas definiert und weisst deshalb jetzt auch, wie diese Personen ticken; wo sie online anzutreffen sind; wo bei ihnen der Schuh drückt; wie du mit deinen Angeboten Lösungen für ihre Probleme bieten kannst.

Wichtig ist hier auch, dass du deinen USP kennst – dein Alleinstellungsmerkmal. Also das, was dich von deiner Konkurrenz abhebt. Was macht dich einzigartig?

Wichtige Fragen rund um die Massnahmen + Instrumente:

  1. Was sind die Probleme deiner Zielgruppe? Wofür hast du eine konkrete Lösung?
  2. Auf welchen Kanälen willst du präsent sein und warum? Webseite, Newsletter, Social Media (Facebook, Instagram, Linkedin, WhatsApp…), Google, Blog, YouTube?
  3. Wie ist die Tonalität deiner Inhalte? Wie sprichst du deine Zielgruppe an?
  4. Welche Botschaften sollen rüberkommen?
  5. Was unterscheidet dich von deinen Konkurrenz?
  6. Wieviel Zeit kannst du investieren? Täglich, wöchentlich, monatlich, pro Jahr?
  7. Wie misst du den Erfolg deiner Tätigkeiten und Kanäle?
  8. Wieviel Geld kannst du investieren und wofür?

Schreibe dir bitte alles auf und orientiere dich dabei an der Umsetzbarkeit, die für dich realistisch ist.

4) Inhalte: finden, festlegen, umsetzen

Wer guten Inhalt bieten möchte, muss gut planen und wissen, welche Themen ankommen und welche nicht. Oft ist die Zeit knapp, deshalb lohnt es sich, einen Redaktionsplan zu erstellen. Wer nicht plant und ständig im Hinterkopf hat „Ich müsste mal wieder etwas online stellen…“ verliert Zeit und bleibt häufig unkreativ oder veröffentlicht gar nichts. Entsprechend ist die Reichweite gering. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Themen zu finden, über die man reden kann. Meistens hat man mehr zu erzählen, als einem bewusst ist.

Wie findet man passende Inhalte? Einige Anregungen:

  • BRAINSTORMING
    MindMaps sind hier hilfreich.
  • ZIELGRUPPE
    Was will deine Zielgruppe? Warum sollen sie zu dir kommen?
  • STATISTIK DEINER WEBSEITE UND SOCIAL-MEDIA-KANÄLE
    Welche Inhalte kommen gut an, was nicht so? Demografische Einblicke zu den erreichten Personen.
  • KONKURRENZ
    Über was reden die anderen?
  • KEYWORDS
    Google Suggest, Google Keyword Finder, Ubersuggest sind hilfreiche Tools.
  • MEDIEN, VERANSTALTUNGEN, BRANCHENVERBÄNDE
    Über was wird in deiner Branche gerade diskutiert?

5) Erfolge und Ziele messen

Zu einem guten Online-Marketing-Konzept gehört auch eine saubere Evaluation. Wenn du dir messbare Ziele setzt, kannst du auch deinen Erfolg oder Misserfolg schneller sehen. So verlierst du keine Zeit, sondern kannst reagieren, wenn eine Massnahme nicht den gewünschten Effekt hat. Wichtig ist aber nicht nur das eigentliche Ziel, sondern auch das Warum und der Nutzen, den dir ein Ziel bringt. Vergiss auch die soft facts nicht. Die sind nicht immer gut messbar und gehen häufig in den Bereich Beziehungspflege. Dafür braucht es Geduld und die Haltung, dass Qualität vor Quantität kommt.

Sei auch bereit, deine gesteckten Ziele zu überdenken und Massnahmen zu ändern und zu optimieren.

Fazit

Mit einer gut geplanten Strategie hat dein Online-Marketing gute Chancen auf langfristigen Erfolg!

Tipps

Arbeitest du im Team am Online-Marketing respektive auf Social Media?
Dann lohnt es sich, einen Leitfaden (Guidelines) zu erstellen.

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Cristina Roduner

Mein Steckenpferd ist das Online Marketing und insbesondere Social Media Marketing. Meine grosse Liebe gilt LinkedIn und Instagram. Mein umfangreiches Wissen gebe ich gerne im persönlichen Gespräch und in massgeschneiderten Kursen sowie Workshops weiter. Ich unterstütze dich dabei, den für dein Unternehmen richtigen Kanal zu finden und ihn gezielt und mit Strategie zu bewirtschaften. Für eine langfristige und wirkungsvolle Online-Präsenz. Ob KMU, Behörde, NPO/NGO oder Verein aus der Ostschweiz, der Schweiz oder dem gesamten DACH-Raum: gemeinsam bringen wir deine Online-Präsenz zum Fliegen! Hier im Blog gebe ich tiefe Einblicke in Themen, Wissenshappen und Anregungen weiter. Hast du Fragen? Oder einen Themenwunsch? Melde dich ungeniert bei mir!

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